| Projektarbeit 03-4 : | Wiederherstellung der Passivschicht von Bewehrungsstählen durch Realkalisierung carbonatisierter Bereiche |
![]() Foto: Frank Misch |
Stahl bildet bei hohen pH-Werten
(>9) eine Passivschicht aus, die ihn vor Korrosion
schützt. Ein Bewehrungsstahl, der sich im Mörtel oder
Beton befindet, wird durch die hohe Alkalität des
Zementsteins (pH ca. 12,5) passiviert. Durch die
Karbonatisierung des Zementsteins (Reaktion des in der
Atmosphäre befindlichen Kohlendioxids mit dem
Calciumhydroxid des Zementsteins zu Calciumkarbonat) wird
der pH-Wert im Beton so weit herabgesetzt, dass der
Bewehrungsstahl seine Passivschicht verliert und in
Verbindung mit Feuchtigkeit und Sauerstoff einer erhöten
Korrosionsgefahr ausgesetzt ist. Ziel der Projektarbeit war es, unterschiedliche Methoden zur Realkalisierung karbonatisierter Betonbereiche durchzuführen und in ihrer Wirkung zu vergleichen. Zu diesem Zweck wurden Mörtelprismen (160 x 40 x 40 mm) mit verschiedenen Wasserzementwerten hergestellt und unter einer reinen Kohlendioxidatmosphäre innerhalb von wenigen Tagen schnellkarbonatisiert. Die Realkalisation erfolgte durch das Aufbringen von unterschiedlichen alkalischen Lösungen sowie durch Beschichten mit Zement- bzw. Reparaturmörtel. In einem Nebenversuch wurde die Wasseraufnahme von Mörtelprismen mit verschiedenen Wasserzementwerten in Abhängigkeit von unterschiedlichen, handelsüblichen Oberflächenschutzsystemen untersucht Die besten Realkalisationsergebnisse wurden durch eine viertägige Fußbadlagerung in einer 2-molaren Kaliumhydroxidösung und durch eine Aufmörtelung einer 10mm dicken Mörtelschicht erzielt. |