Projektarbeit 04-1 : Einfluss ungünstiger Witterungsbedingungen während der Applikation organischer Beschichtungsstoffe

Foto: Markus Olschowski

Die Wetterbedingungen beim Beschichten von Stahl wirken sich wesentlich auf die spätere Schutzwirkung aus. Werden die Herstellerangaben bezüglich Verarbeitungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Überarbeitungszeiten usw. nicht eingehalten, kann sich die Lebensdauer der Beschichtung drastisch reduzieren. Sicher werden einige jetzt denken: "Das macht doch keiner". In der Praxis zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Ursachen solcher Nachlässigkeiten können schlecht geschultes Personal sein, welches die Herstellerangaben nicht kennt oder einfach ignoriert. Auch Fertigstellungstermine können dazu verleiten, dass ungünstige klimatische Bedingungen einfach nicht beachtet werden. In den durchgeführten Versuchsreihen werden Grundbeschichtungsstoffe für den Korrosionsschutz außerhalb der technischen Vorgaben auf Stahlbleche appliziert, um die negativen Auswirkungen auf die Schutzwirkung aufzuzeigen. Laut DIN EN ISO 12944 bietet die Grundbeschichtung geeignete Grundlage für die nachfolgenden Beschichtungen und vermittelt deren Haftfestigkeit. Weist schon die Grundbeschichtung Schädigungen oder Haftungsstörungen auf, ist das gesamte System so weit geschwächt, dass die folgenden Zwischen- und Deckbeschichtungen dies nicht mehr kompensieren können.

In den praxisbezogenen Versuchen werden verschiedene Grundbeschichtungen auf Stahlbleche appliziert und auf Weiterverarbeitung sowie deren Beständigkeit gegen mechanische und chemische Belastungen untersucht. Als Beschichtungsstoffe kamen die zwei wohl geläufigsten Grundierungen für den Korrosionsschutz zum Einsatz. Deren Bindemittel basieren auf oxidativ (Alkydharz) und reaktiv (2K-EP) härtenden Lackharzen. Zusätzlich wurde eine dritte Grundbeschichtung auf wasserverdünnbare 2 Komponenten Epoxydharz-Basis gewählt. Obwohl diese im schweren Korrosionsschutz nicht die Regel darstellen und es nur wenige Hersteller solcher Produkte anbieten, werden sie in Zukunft auf Grund von umwelttechnischen Vorschriften nicht mehr weg zu denken sein. Diese Ausarbeitung dient nicht der Gegenüberstellung der lösemittelhaltigen und der wasserverdünnbaren Grundbeschichtungsstoffen und deren positiven oder negativen Eigenschaften, sondern deren Verhalten bei einer Überdehnung der Herstellerangaben und dessen Auswirkungen im einzelnen.

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